Raymond van Meenen kehrt gerne nach Groenlo zurück: „Als Fußballfan ist es einfach wundervoll, hier zu sein“
14 Juni 2026Für viele Stammgäste des Marveld Turniers ist Raymond van Meenen längst ein bekanntes Gesicht. Der Manager für Schiedsrichterangelegenheiten im Profifußball beim KNVB kommt seit vielen Jahren auf den Sportpark Den Elshof. Sein erster Besuch in Groenlo datiert aus dem Jahr 1994, als er mit Feyenoord hierherkam. Später kehrte er als Schiedsrichter zurück und war in den folgenden Jahren in verschiedenen Funktionen beim Marveld Turnier aktiv.
Mittlerweile kommt van Meenen nach Groenlo, um internationalen Spitzenfußball zu genießen. „Ich bin hier jetzt schon seit über 30 Jahren. Da baut man natürlich eine Verbindung zum Turnier und den Menschen hier auf. Ich bin mit meiner Familie, meinem Bruder und meinen Eltern hier – es hat also auch etwas Familiäres. Aber vor allem bin ich Fußballfan. Wenn man Fußball liebt, will man einfach hier sein. Deshalb steht das Marveld Turnier jedes Jahr dick rot umkreist in meinem Kalender.“ Er betont, dass er an diesem Wochenende nicht in offizieller KNVB-Funktion an der Seitenlinie steht.
„Dieses Wochenende bin ich vor allem Fan. Ich bin nicht bei der Arbeit und überlasse die Betreuung der Schiedsrichter anderen. Was dieses Turnier besonders macht, ist, dass man hier Jugendmannschaften aus verschiedenen Fußballkulturen sieht. Das führt zu wundervollen Spielen und interessanten Kontrasten.“
Das Turnier steht auf festen Beinen
Im Laufe der Jahre hat van Meenen das Marveld Turnier weiter wachsen sehen. Nach seiner Einschätzung steht die aktuelle Ausrichtung auf festen Beinen.
„Die Stärke des Marveld Turniers liegt in der Kontinuität. Die Organisation hat eine Formel gefunden, die funktioniert: ein starkes Teilnehmerfeld, ein guter Spielplan und ausreichend Zeit zur Erholung. Dass das Turnier seit Jahren nach demselben Konzept erfolgreich organisiert wird, sagt eigentlich schon alles.“
Dass das Marveld Turnier einen starken Ruf aufgebaut hat, zeigt sich laut van Meenen auch an den Schiedsrichtern, die jährlich nach Groenlo kommen. Schiedsrichter aus dem Profifußball bei einem U15-Turnier zu sehen, ist für ihn keineswegs selbstverständlich.
„Das ist nicht selbstverständlich – schon gar nicht bei einem U15-Turnier. Dass Schiedsrichter aus dem Profifußball hier gerne pfeifen, sagt viel über den Ruf und die Qualität des Marveld Turniers aus.“
Für junge Schiedsrichter ist das Turnier zudem eine wertvolle Lehrschule. Nicht nur, weil sie Spiele auf hohem Niveau leiten, sondern auch, weil sie mit verschiedenen Fußballkulturen konfrontiert werden. „Die Spielregeln sind überall gleich, aber die Art und Weise, wie Fußball erlebt wird, unterscheidet sich. Ein brasilianisches Team spielt anders als ein deutsches oder niederländisches Team. Gerade diese Unterschiede machen das Turnier für junge Schiedsrichter so wertvoll. Sie lernen, mit unterschiedlichen Spielstilen, Emotionen und Erwartungen umzugehen.“
Talentierte Schiedsrichter
Für junge Schiedsrichter mit dem Ziel, es irgendwann in den Profifußball zu schaffen, gibt es in Groenlo viel zu lernen. Dennoch bleibt laut van Meenen die eigene Liga der wichtigste Maßstab. Dort müssen talentierte Schiedsrichter regelmäßig überzeugen. „Auch für Schiedsrichter arbeiten wir mit einem Scouting-System, ähnlich wie bei Fußballvereinen. Wir erfassen, welche potenziellen Talente es in den niederländischen Ligen gibt. Wenn darunter gute Schiedsrichter sind, beobachten wir sie gezielt. Sind sie wirklich gut, können sie an unserem Talentförderprogramm teilnehmen.“
Bei der Bewertung junger Schiedsrichter achtet der KNVB nicht nur auf fehlerfreie Entscheidungen. „Es geht nicht nur darum, die richtige Entscheidung zu treffen. Wir schauen auch darauf, wie ein Schiedsrichter diese Entscheidung vermittelt. Kann er klar kommunizieren? Schafft er Akzeptanz? Strahlt er natürliche Autorität aus? Manchmal muss man unpopuläre Entscheidungen treffen und dabei überzeugend bleiben.“
Positive Umgebung
Obwohl nach wie vor talentierte Schiedsrichter nachkommen, ist das Angebot an neuen Talenten in den letzten Jahren geringer geworden. „Es melden sich immer noch talentierte Schiedsrichter, aber die Gruppe, aus der wir auswählen können, ist kleiner geworden. Und je größer der Pool, desto größer die Chance, außergewöhnliche Talente zu entdecken.“ Für van Meenen ist es daher wichtig, dass der Schiedsrichterberuf attraktiv bleibt und Schiedsrichter gut unterstützt werden. „Letztlich geht es beim Fußball um Spaß, Entwicklung und Respekt. Das gilt für Spieler, aber genauso für Schiedsrichter. Nur in einer positiven Umgebung können sich Menschen entwickeln – und nur so können wir genug Talent für die Zukunft halten.“
