Sajad Al-Hakim

15 Juni 2025

Unter den vielen (inter)nationalen Schiedsrichtern, die dieses Jahr beim Marveld-Turnier im Einsatz sind, befindet sich der 23-jährige Sajad Al-Hakim aus Schweden. Über das Entwicklungsprogramm Referee Abroad wurde er eingeladen, Spiele bei diesem bedeutenden Jugendturnier zu leiten. Mit Topteams wie Real Madrid, Lille OSC und Palmeiras ist das für Schiedsrichter eine einzigartige Chance, Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. Fußball spielt schon seit seiner Kindheit eine zentrale Rolle in Sajads Leben. Er begann als Spieler und Trainer und entschied sich schließlich mit voller Überzeugung für eine Karriere als Schiedsrichter. Inspiriert von seinem älteren Bruder Mohammed, einem Top-Schiedsrichter in Schweden, reist er nun durch Europa, um sich weiterzuentwickeln. Diese Woche ist Groenlo sein Lernumfeld. Zur Halbzeit des Turniers sprachen wir mit ihm über seine bisherigen Erfahrungen – sowohl auf als auch neben dem Platz.

Wir treffen Sajad nach dem Spiel PSV – FC Twente/Heracles (1:0), bei dem er als Schiedsrichter aktiv war. „Dankjewel voor dit“ – gleich zu Beginn des Gesprächs zeigt sich, dass Sajad nach nur zwei Tagen im Achterhoek bereits einige niederländische Wörter in seinen Wortschatz aufgenommen hat. Auf die Frage nach seinen ersten Eindrücken vom Turnier beginnt Sajad begeistert zu erzählen: „Es ist hier fantastisch, alles ist so professionell. Man hat immer nur ein Spiel und danach Pause, deshalb wird man nicht so schnell müde. Ich musste mich sogar erst daran gewöhnen, dass es bei diesem Turnier vierte Offizielle gibt.“ Auch während der Pausen wird der junge schwedische Schiedsrichter bestens versorgt. „Die Organisation rund um die Spiele ist top. Ein gutes Frühstück, Mittag- und Abendessen. Überall stehen Getränke und Obst bereit, und man kann sogar eine Massage bekommen, wenn man möchte“, erzählt Sajad dankbar.

Obwohl er erst vor wenigen Tagen in Groenlo angekommen ist, hat die Gemütlichkeit der Festungsstadt bereits tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen. „Für mich ist die Atmosphäre das Allerwichtigste“, sagt Sajad. „Die Menschen in Groenlo sind so freundlich. Jeder ist offen und entspannt. Tagsüber ist alles professionell und ernst, aber abends gibt es Raum für Spaß. Bis jetzt ist es wirklich großartig, und das Wetter ist auch noch toll.“ Während die Jugendspieler beim Marveld-Turnier unter den hohen Temperaturen stöhnen, kann es für Sajad eigentlich nicht warm genug sein. „Dieses Wetter ist perfekt. Ich komme aus Schweden, dort ist es fast immer zu kalt. Für die Spieler ist es natürlich etwas schwerer, deshalb ist die Intensität der Spiele etwas niedriger. Aber wenn die Sonne scheint, bin ich ein fröhlicherer Schiedsrichter und auch netter zu den Spielern, haha.“

Entwicklung

Neben dem Spaß, den Sajad beim Pfeifen der Spiele hat, ist er mit einem klaren Ziel nach Groenlo gekommen: sich als Schiedsrichter zu verbessern. Während des Turniers wird er von dem ehemaligen Schiedsrichter Raymond van Meenen betreut, der als Mentor auftritt. „Schiedsrichter machen das alle auf ihre eigene Art, aber man kann von jedem etwas lernen. Man nimmt von dem einen etwas auf, von dem anderen etwas, und so entwickelt man seinen eigenen Stil. Raymond hat mir in den letzten Tagen schon viele nützliche Tipps gegeben“, erklärt Sajad. Zwischen seinen eigenen Spielen macht der junge Schiedsrichter regelmäßig einen

Rundgang über die anderen Felder. Nicht nur, um die Duelle zwischen den Topteams zu beobachten, sondern auch, um zu sehen, wie Kollegen ihre Spiele leiten. „Ich versuche, andere Schiedsrichter genau zu beobachten: ihre Körpersprache, Bewegungen auf dem Platz, die Art, wie sie kommunizieren.“

Sajad ist auf dem besten Weg, seinen Traum zu verwirklichen: professioneller Schiedsrichter zu werden. Internationale Top-Turniere wie das Marveld-Turnier tragen dazu maßgeblich bei. „Spiele auf diesem Niveau zu pfeifen, hilft mir sehr bei meiner Entwicklung.Außerdem ist es wichtig, dass man einfach genießt und Spaß hat. Nicht nur ernst sein und pfeifen, sondern auch den Moment erleben. Wenn man Spaß hat, wird alles schöner“, schließt Sajad.